Es war einmal ein großer Junge, der hatte einen Traum. Er wollte seine eigene Webseite im Internet. Da er aber leider nicht den blassesten Dunst davon hatte, wie man sich sein eigenes virtuelles Heim zusammen zimmert, war er auf die Hilfe anderer angewiesen. So machte er sich auf den Weg, um den heiligen Gral den richtigen Zimmermann zu finden, der seinen Ansprüchen gerecht würde. Schnell merkte der große Junge, dass die Zimmerleute für ihre Arbeit Preise verlangten, die in keinem Verhältnis zu dem Nutzen des großen Jungen standen. Schließlich braucht man keinen Karmann Ghia, um nur morgens zum Bäcker zu fahren…
Ein netter Zimmermann gab ihm schließlich den Tipp, dass ein kostenloses Fertighaus, erstellt von selbstlosen Zimmermanns Kollegen, vielleicht das Richtige für ihn sein könnte und so machte sich der Junge, dankbar für diesen Hinweis auf, um diese Fertighäuser genauestens zu begutachten. Schnell hatte er ein Haus entdeckt, welches die anderen wie ein Turm überragte, denn dieses Haus konnte man selbst aufbauen und einfach und schnell seinen Bedürfnissen anpassen, ohne selbst Zimmermann zu sein. Glücklich und zufrieden machte sich der große Junge mit dem Baumaterial auf den Heimweg und begann gleich darauf mit dem Bau. Die Arbeiten gingen erstaunlich gut voran und nur ab und an gab es kleinere Probleme, was aber vermutlich daran lag, dass einige Passagen der Bauanleitung irrtümlich in sumerischer Sprache waren.
Nach kurzer Zeit war das Haus endlich fertig und der große Junge war stolz - stolz darauf, dass er endlich ein eigenes virtuelles Zuhause hatte und stolz darauf, dass es es alleine gebaut hat. Mit sich und der Welt im Einklang ging er nun hinein und stellte fest, dass vier nackte Wände und ein Dach noch lange kein Wohlbehagen bringen. Da er aber auch keinen Schimmer von Innenarchitektur und tapezieren hat, war er wieder auf die Hilfe anderer angewiesen.
Also machte sich der Junge wieder auf den Weg. Dieses Mal aber nicht, um die passenden Handwerker zu finden, sondern um sich diese Sachen selbst bei zu bringen. Nach langem Eremiten dasein betritt der große Junge jetzt und hier also erneut sein eigenes virtuelles Zuhause, um seine Fertigkeiten, die er sich in völliger Askese selbst beigebracht hat, in die Tat um zu setzen. Das Tapezieren geht recht gut voran und ob der große Junge ein halbwegs passabler Innenarchitekt wird, dass müssen andere entscheiden.
P.S.:
Der große Junge ist erst am Anfang seines Handwerkerlebens und deshalb entschuldigt er sich schon einmal vorauseilend dafür, dass hier noch das Ein oder Andere schief hängt, Rom wurde schließlich auch nicht an einem einzigen Tag erbaut.
Artikelstatistik: Gelesen: 170 · heute: 2 · zuletzt am: 22. November 2008
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